r Becaària

Erik Bernasconi, Schweiz, 2026o

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1977. Der sechzehn-jährige Mario lebt in einem kleinen Dorf im Tessin, in der italienischsprachigen Schweiz. Während sich die Gesellschaft um ihn herum in vielerlei Hinsicht verändert, erlebt er seine ersten unbeholfenen Annäherungsversuche, hat Schwierigkeiten in der Schule und gerät ständig mit seinem Vater aneinander, der ihn nicht zu verstehen scheint. Als er für den Sommer in die Berge geschickt wird, um dort als Bauer zu arbeiten, lernt er durch einige unerwartete Begegnungen viel über das Leben, die Liebe und vor allem über sich selbst.

Der Tessiner Teenager Mario, 16, scheitert 1977 am Gymnasium, ist unsicher bei Mädchen und gilt als untragbar für seine Lehrpersonen. Sein Vater verdonnert ihn zu einem Sommer bei Bergbauern im Maggiatal, wo der vermeintliche Faulpelz lernen soll, was Arbeit heisst. Für ältere Kinogänger:innen ist das eine doppelte Zeitreise: zurück in die eigenen tastenden Teenagerjahre und ins Tessin der 1970er, detailreich rekonstruiert mit T-Shirts, Postern, Gazosa, Velosolex und Oldtimer-Postauto. Die Ausstattung ist jedoch mehr als Nostalgie: Sie macht eine Umbruchszeit erfahrbar, in der die traditionelle Bergwelt, bürgerliche Elternträume und jugendliche Revolutionsfantasien aufeinanderprallen. Mario gilt im Dorf zunächst als «Becaària», als Taugenichts aus der Stadt, und muss sich Respekt hart erarbeiten, um schliesslich als «Mann» heimzukehren. Prägend sind zwei Begegnungen: Prisca, die gleichaltrige Bauerntochter, führt ihn in Punk, freie Liebe, feministische Literatur und «la revolucion» ein – samt erstem Sex und Liebeskummer. Der Dorfarzt wiederum erkennt Marios Problem mit dem Vater und wird zu einer diskreten, fürsorglichen Leitfigur. Becaària ist ein exemplarischer Coming-of-Age-Film, tief in Zeit und Tessiner Landschaft verankert. Zwar bleiben einige Motive der männlichen Erzähltradition verpflichtet, doch der Tessiner Erik Bernasconi (Sinestesia, 2010) zeichnet auch die Frauenfiguren als ernstzunehmende Akteurinnen im Spannungsfeld von Freiheit und Konvention. Der Publikumspreis der Solothurner Filmtage spricht für den Charme und die klare Identität des Films: eine feinfühlige Geschichte vom Erwachsenwerden und zugleich ein im besten Sinn zeitgemässer Heimatfilm.

Zur ausührlichen Besprechung

Michael Sennhauser

Galerieo

Filmdateno

Genre
Komödie
Länge
108 Min.
Originalsprache
Italienisch
Bewertungen
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ØIhre Bewertung8.0/10
IMDB-User:
8.0 (7)
Cinefile-User:
< 3 Stimmen
KritikerInnen:
< 3 Stimmen

Cast & Crewo

Francesco TozziMario Zanetti
Sinead ThornhillPrisca
Giacomo SonzogniCicio
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